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Mitesser

Mitesser Akne vulgaris

Mitesser: Ursachen, Therapien und Prävention

Mitesser, medizinisch als Komedonen bekannt, sind eine häufige Hauterscheinung, die vor allem in der Pubertät, aber auch bei Erwachsenen auftritt. Sie gehören zu den Symptomen der Akne vulgaris, einer weit verbreiteten Hauterkrankung, die durch verstopfte Poren gekennzeichnet ist. Mitesser sind keine ernsthafte Erkrankung, können jedoch das Erscheinungsbild der Haut beeinträchtigen und bei falscher Behandlung zu Entzündungen führen. 

Was sind Mitesser?

Mitesser sind verstopfte Talgdrüsen (Poren), die durch eine Kombination aus überschüssigem Talg (das natürliche Hautfett), abgestorbenen Hautzellen und manchmal Bakterien entstehen. Die Talgdrüse ist eine kleine Drüse in der Haut, die Talg produziert, um die Haut geschmeidig zu halten. Es gibt zwei Haupttypen von Mitessern:

  1. Offene Komedonen (Schwarz-Mitesser): Diese erscheinen als schwarze Punkte auf der Haut. Die schwarze Farbe entsteht nicht durch Schmutz, sondern durch die Oxidation von Talg und Melanin (das Hautpigment) an der Luft.

  2. Geschlossene Komedonen (Weiß-Mitesser): Diese sind kleine, weiße oder hautfarbene Beulen unter der Haut, da die Pore vollständig verschlossen ist.

Mitesser treten häufig in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) auf, wo die Haut mehr Talg produziert, können aber auch an anderen Körperstellen wie Rücken oder Brust vorkommen.

Ursachen von Mitessern

Mitesser entstehen durch eine Überproduktion von Talg und eine gestörte Hautzellabstoßung, die die Poren verstopfen. Die Hauptursachen und Risikofaktoren sind:

  1. Hormonelle Veränderungen: Hormone, insbesondere Androgene (männliche Geschlechtshormone, die bei beiden Geschlechtern vorkommen), können die Talgproduktion anregen. Dies ist typisch in der Pubertät, während der Menstruation, Schwangerschaft oder bei der Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Verhütungspillen).

  2. Übermäßige Talgproduktion: Menschen mit fettiger Haut produzieren mehr Talg, was die Poren schneller verstopfen kann.

  3. Verhornung der Haut: Eine übermäßige Hyperkeratose (Verdickung der äußersten Hautschicht, des Stratum corneum) führt dazu, dass abgestorbene Hautzellen die Poren blockieren.

  4. Kosmetika und Hautpflegeprodukte: Fettige oder komedogene (porenverstopfende) Produkte wie bestimmte Make-ups oder Cremes können Mitesser fördern.

  5. Umweltfaktoren: Feuchte Luft, Schmutz oder Schweiß können die Poren reizen und die Bildung von Mitessern begünstigen.

  6. Ernährung: Eine Ernährung mit hohem glykämischen Index (z. B. Zucker, Weißmehl) oder Milchprodukten kann bei manchen Menschen Mitesser verschlimmern, obwohl der Zusammenhang nicht bei allen klar ist.

  7. Bakterien: Das Bakterium Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes) kann in verstopften Poren Entzündungen auslösen, die aus Mitessern entzündliche Akne machen.

  8. Stress: Stress kann die Hormonproduktion beeinflussen und indirekt die Talgproduktion erhöhen.

Symptome

Mitesser sind in der Regel schmerzfrei, können aber kosmetisch störend sein. Typische Merkmale sind:

  • Schwarze Punkte (offene Komedonen) oder weiße Beulen (geschlossene Komedonen) auf der Haut.

  • Häufige Lokalisation in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn).

  • Bei unsachgemäßer Entfernung oder Kratzen können Entzündungen, Rötungen oder kleine Narben entstehen.

Therapieansätze für Mitesser

Die Behandlung von Mitessern zielt darauf ab, die Poren zu reinigen, die Talgproduktion zu regulieren und die Hautzellabstoßung zu fördern. Die Therapien reichen von einfachen Pflegeprodukten bis hin zu professionellen Behandlungen.

1. Topische Therapien (äußerliche Behandlungen)

  • Salicylsäure: Ein keratolytischer Wirkstoff, der abgestorbene Hautzellen entfernt und die Poren öffnet. Sie ist in Reinigern, Peelings oder Cremes (z. B. 0,5–2 %) enthalten. Beispiele: Neutrogena Visibly Clear, Paula’s Choice Clear. Nebenwirkungen: Leichte Hautreizungen oder Trockenheit.

  • Benzoylperoxid: Tötet Cutibacterium acnes ab und reduziert Entzündungen. Es wird in Konzentrationen von 2,5–5 % verwendet. Beispiele: Aknefug, Benzac. Nebenwirkungen: Trockene Haut, Rötungen, kann Kleidung bleichen.

  • Retinoide: Abgeleitete Formen von Vitamin A (z. B. Adapalen, Tretinoin) fördern die Zellerneuerung und verhindern die Verstopfung der Poren. Beispiele: Differin, Retin-A. Nebenwirkungen: Hautreizungen, Lichtempfindlichkeit, daher abends anwenden.

  • Azelaic acid (Azelainsäure): Reduziert Talgproduktion und wirkt entzündungshemmend. Beispiele: Skinoren. Nebenwirkungen: Leichtes Brennen zu Beginn.

  • Feuchtigkeitscremes mit nicht-komedogenen Inhaltsstoffen: Spenden Feuchtigkeit, ohne die Poren zu verstopfen (z. B. CeraVe PM, La Roche-Posay Effaclar H).

2. Professionelle Behandlungen

  • Komedonenentfernung: Ein Dermatologe oder eine Kosmetikerin entfernt Mitesser manuell mit speziellen Werkzeugen (z. B. Komedonenheber) unter sterilen Bedingungen. Vorteile: Sofortige Entfernung. Nebenwirkungen: Leichte Rötungen, selten Infektionen.

  • Chemische Peelings: Lösungen mit Salicylsäure, Glykolsäure oder Milchsäure entfernen abgestorbene Hautzellen und reinigen die Poren. Vorteile: Verbessert Hautstruktur. Nebenwirkungen: Trockenheit, Rötungen.

  • Mikrodermabrasion: Mechanisches Peeling, bei dem die oberste Hautschicht abgetragen wird, um verstopfte Poren zu öffnen. Vorteile: Glättet die Haut. Nebenwirkungen: Vorübergehende Empfindlichkeit.

  • Laser- oder Lichttherapie: Bestimmte Laser (z. B. Nd:YAG) oder Photodynamische Therapie (PDT) können die Talgproduktion regulieren und Bakterien reduzieren. Nebenwirkungen: Kostenintensiv, Hautreizungen.

3. Systemische Therapien (Medikamente zur Einnahme)

  • Antibiotika: Bei entzündlichen Mitessern oder Akne können orale Antibiotika wie Doxycyclin oder Minocyclin eingesetzt werden, um Bakterien zu bekämpfen. Nebenwirkungen: Lichtempfindlichkeit, Magenbeschwerden.

  • Isotretinoin: Ein starkes Retinoid (z. B. Roaccutane), das bei schwerer Akne eingesetzt wird, wenn Mitesser nicht auf andere Behandlungen ansprechen. Es reduziert die Talgproduktion drastisch. Nebenwirkungen: Trockene Haut, Lippen, Leberwertveränderungen, teratogen (kann Geburtsfehler verursachen, daher strenge Überwachung bei Frauen).

  • Hormonelle Therapien: Bei Frauen können Antikonzeptiva (z. B. Kombinationen mit Ethinylestradiol) oder Spironolacton (ein Antiandrogen) die Talgproduktion regulieren. Nebenwirkungen: Stimmungsveränderungen, Gewichtsveränderungen.

4. Pflegepraktiken

  • Milde Reinigung: Verwenden Sie seifenfreie, nicht-komedogene Reinigungsprodukte (z. B. Cetaphil Gentle Cleanser, La Roche-Posay Effaclar Gel), um Talg und Schmutz zu entfernen, ohne die Haut zu reizen.

  • Peelings: Regelmäßige Anwendung von chemischen Peelings (z. B. mit Salicylsäure) oder sanften mechanischen Peelings kann die Poren sauber halten.

  • Nicht ausdrücken: Das Quetschen von Mitessern mit den Fingern kann Entzündungen oder Narben verursachen. Lassen Sie dies von einem Fachmann durchführen.

Medikamente und Cremes

Wichtige Produkte zur Behandlung von Mitessern:

  • Salicylsäure: Neutrogena Visibly Clear, Paula’s Choice Clear 2 % BHA.

  • Benzoylperoxid: Aknefug, Benzac 5 %.

  • Retinoide: Differin (Adapalen), Retin-A (Tretinoin).

  • Azelaic acid: Skinoren 20 % Creme.

  • Feuchtigkeitscremes: CeraVe PM, La Roche-Posay Effaclar H.

  • Reinigungsprodukte: Cetaphil Gentle Cleanser, Sebamed Clear Face.

Wichtiger Hinweis: Medikamente wie Retinoide oder Isotretinoin sollten nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden. Konsultieren Sie einen Dermatologen bei schweren oder anhaltenden Mitessern.

Prävention von Mitessern

Die Vorbeugung von Mitessern konzentriert sich darauf, die Talgproduktion zu regulieren, die Haut sauber zu halten und Reizstoffe zu vermeiden:

  1. Regelmäßige Hautpflege:

    • Reinigen Sie die Haut zweimal täglich (morgens und abends) mit einem milden, nicht-komedogenen Reiniger.

    • Verwenden Sie nicht-komedogene Feuchtigkeitscremes und Sonnenschutzmittel (z. B. LSF 30+).

    • Tragen Sie einmal wöchentlich ein sanftes Peeling (z. B. mit Salicylsäure) auf, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen.

  2. Vermeidung von Auslösern:

    • Vermeiden Sie fettige oder komedogene Kosmetika (prüfen Sie die Inhaltsstoffe auf Begriffe wie „non-comedogenic“).

    • Waschen Sie Make-up gründlich ab, bevor Sie schlafen gehen.

    • Vermeiden Sie häufiges Berühren des Gesichts, da Schmutz und Öle von den Händen die Poren verstopfen können.

  3. Gesunde Ernährung:

    • Reduzieren Sie den Konsum von zuckerreichen Lebensmitteln oder Milchprodukten, da diese die Talgproduktion bei manchen Menschen erhöhen können.

    • Essen Sie Lebensmittel reich an Antioxidantien (z. B. Obst, Gemüse) und Omega-3-Fettsäuren (z. B. Fisch, Nüsse), um die Hautgesundheit zu fördern.

  4. Hydration und Lebensstil:

    • Trinken Sie ausreichend Wasser (1,5–2 Liter täglich), um die Hautfeuchtigkeit zu unterstützen.

    • Reduzieren Sie Stress durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation, da Stress die Hormonproduktion beeinflussen kann.

  5. Sonnenschutz:

    • Verwenden Sie täglich Sonnencreme (LSF 30+), da UV-Strahlung die Haut reizen und Entzündungen fördern kann.

  6. Regelmäßige dermatologische Kontrollen:

    • Bei wiederkehrenden oder schweren Mitessern sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen, um individuelle Behandlungspläne zu erstellen.

Psychologische Aspekte

Mitesser können das Selbstbewusstsein beeinträchtigen, insbesondere wenn sie sichtbar im Gesicht auftreten. Eine frühzeitige Behandlung und eine konsistente Hautpflege können helfen, das Hautbild zu verbessern und psychische Belastungen zu reduzieren. Bei starkem Leidensdruck kann eine Beratung durch einen Dermatologen oder Psychologen hilfreich sein.

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